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Die Fastenzeit naht...

 


In anderen Jahren feiern wir in meiner Heimat um diese Zeit normalerweise Karneval. In diesem Jahr scheint mir das bunte Treiben nur eine vage Erinnerung an vergangene Zeiten zu sein. Corona macht gemeinsames Feiern nahezu unmöglich und auch der Schnee der vergangenen Tage bewirkt, dass ich mich nicht gerade in Feierstimmung befinde. 

Schnee und Eis - der an unserem Kloster angrenzende Mittellandkanal ist zugefroren. Wildgänse und Schwäne trotzen der Kälte auf Eisschollen - scheinen eine Decke der Ruhe und des Friedens über die Erde zu legen. Die Schneeschicht vor mir erinnert mich wie an ein weißes Blatt, welches nur darauf wartet von mir beschrieben oder bemalt zu werden. Übermorgen ist Aschermittwoch und damit Beginn der Fastenzeit, welche uns dazu auffordert unsere Gottesbeziehung zu überdenken und zu erneuern. Die weiße Schneedecke, das unbeschriebene Blatt scheint mir daher wie eine Einladung Gottes zu sein: "Heute lade ich dich dazu ein, wieder ganz neu anzufangen". 

Diese Einladung Gottes gilt immer. Jeden Tag haben wir neu die Chance sie zu ergreifen und unser Leben erneut auf Gott auszurichten. Gott ist die Liebe, welche uns so annimmt wie wir sind. Was hindert uns also daran seiner Einladung zu folgen?

Sr. Franziska

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