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Ostern!

 Ostern, das Fest der Auferstehung! Wer kann glauben, was kaum zu glauben ist? Jesus lebt! Er ist von den Toten auferstanden! Halleluja! Aus dem Karmel in Hannover wünsche ich allen ein frohes und gesegnetes Osterfest! Sr. Franziska
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Karsamstag

Grabesstille. Nach der Grablegung Jesu gibt es zunächst nichts mehr zu tun. Der eigenen Trauer kann freien Lauf gelassen werden. Und in all dem lähmenden Schmerz, bahnen sich die ersten Fragen an: Was nun, wie kann mein Leben weitergehen? Werde ich für immer als Flüchtling auf der Hut sein müssen, um nicht doch noch verhaftet und hingerichtet zu werden, da ich Jesus gefolgt bin? War es überhaupt richtig, damals, als Jesus mich gerufen hat, ihm zu folgen? Hätte ich nicht doch einfach im Kreise meiner Familie bleiben und meiner Arbeit nachgehen sollen? Wird es mir möglich sein, in mein altes Leben zurückzukehren? Will ich das überhaupt? Was wird meinem Leben in Zukunft Sinn geben, jetzt wo Jesus tot ist, ER in den ich meine ganze Hoffnung gelegt habe? Werden mich die Menschen wieder in ihrer Mitte dulden, mich, den Freund und Gefährten eines Gekreuzigten?

Karfreitag

  Nun ist es also geschehen: Jesus ist verhaftet, verurteilt, gegeißelt und gekreuzigt worden. Welche Erniedrigung, welcher Schmerz! Seine Mutter Maria, Johannes und einige Frauen begleiten ihn bis unters Kreuz. Wie viel Kraft muss es sie kosten, ihren Sohn und Freund auf so grausame Weise sterben zu sehen?! Doch sie halten durch, stehen ihm bei, bis in den Tod. Und wo sind die anderen Jünger? Sie haben sich vor Gram und Angst eingeschlossen, ihre Welt ist zerbrochen. Die Straßen Jerusalems sind auch für sie gefährlich geworden. Die nicht unbegründete Angst, von der tobenden Menge, wie Jesus ans Kreuz genagelt zu werden lähmt sie, nimmt ihnen jede Kraft und Hoffnung. Und so sorgen andere für das Begräbnis ihres Freundes.

Palmsonntag

  Heute als König bejubelt, mit Palmzweigen begrüßt. Jesus weiß, dass dieser Jubel trügerisch ist. Er weiß, was ihm droht. Schon bald wird der Jubel der Menge umschlagen. "Ans Kreuz mit ihm!" Ihn, den Friedensfürsten, wird man töten; den Räuber und Mörder jedoch freilassen. Verkehrte Welt. Doch was damals geschah, geschieht auch heute. Die Ehrlichen und Unbequemen werden mundtot gemacht, Falschnachrichten werden verbreitet, Unschuldige ermordet, Kinder trauern um ihre Eltern, Eltern um ihre Kinder. Menschen werden ihrer Heimat beraubt und werden zu Fremden. Wann nur, nimmt dieses Elend ein Ende? Wann nur, wird Friede sein? Wann nur, werden wir aus der Geschichte lernen? Wann nur, werden wir die Armen und Fremden genauso achten wie uns selbst?

Aschermittwoch - Der Beginn der Fastenzeit

Heute ist Aschermittwoch und damit Beginn der Fastenzeit. Haben Sie sich schon überlegt, wie Sie diese Zeit gestalten möchten? Als Kind habe ich diese Zeit als eine Zeit angesehen, in der ich z.B. keine Süßigkeiten essen sollte. Heute geht es mir nicht mehr darum, auf eine Kleinigkeit beim Essen zu verzichten, sondern darum diese sechs Wochen zu nutzen, um einen achtsameren Lebensstiel einzuüben und mich wieder mehr für Gott zu öffnen. Nicht der Verzicht, sondern das Freiwerden stehen im Fokus.  Bereits in den letzten Wochen und Monaten habe ich mich immer wieder einmal mit neueren oder vielleicht auch einfach wiederentdeckten Lebensstielen beschäftigt, z.B. dem Minimalismus (mit dem Lebensnotwendigen zufrieden sein), der Zero Waste Bewegung (kein Müll, keine Verschwendung) oder der "Tiny-House"-Bewegung (Leben auf kleinem Raum) beschäftigt. Mich bewegen diese Menschen, die nicht länger warten, sondern selbst anfangen ökologischer und sozialverträglicher zu leben, die sich ei

Ein frohes und gesegnetes Jahr 2022!

Noch wenige Stunden und dann ist das Jahr 2021 vorüber. Es war ein ereignisreiches Jahr! Angefangen mit dem Abschluss meines Fernstudiums "Bildungswissenschaften" und dem Absolvieren eines Nähkurses, über Besuche bei meiner Familie, den Seminaren in Niederalteich und Oberzell, sowie den Konvents- und Nähpraktika in Würzburg und Auderath. Auch innerhalb und mit der Gemeinschaft haben wir in diesem Jahr viel miteinander erlebt.  Zum Weihnachtsfest konnten wir zudem viele Menschen mit meinen ersten Näherzeugnissen erfreuen, zu denen Lavendelsäckchen und Stoffbeutel gehörten. Meine Mitschwestern selbst wurden dann mit neuen Gotteslobhüllen überrascht. Im neuen Jahr möchten wir dann auch ein wenig zum Verkauf anbieten, aber das dauert noch eine kleine Weile. Bis dahin wünsche ich uns allen einen guten Rutsch ins Jahr 2022! Viele Grüße Sr. Franziska

Frohe Weihnachten!

  Mit dieser kleinen Krippe,  welche in meiner persönlichen Gebetsecke steht,  wünsche ich Ihnen und Euch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest! Viele Grüße aus dem Karmel Hannover! Sr. Franziska

Unterwegs

  Es gibt eine Zeit zum Bleiben und es gibt eine Zeit zum Reisen... Nach dem ich in den ersten 1,5 Jahren im Karmel fast ausschließlich im eigenen Kloster war und ankommen durfte, bin ich seit August etwas häufiger Unterwegs. Da waren zunächst die Noviziatswerkwochen in Niederalteich, in dem ich andere Schwestern kennenlernen durfte, die sich in der Ordensausbildung in einem Karmelitinnenkloster befinden. Von dort ging es weiter in den  Karmel Himmelspforten in Würzburg , wo ich sechs Tage lang sehr herzlich aufgenommen wurde und ein wenig Nähunterricht bekam. Gleich im Anschluss ging es zu Fuß zum  Kloster Oberzell , wo ich am bundesweiten Juniorinnentreffen, zum Thema "Berufung als Liebesbeziehung mit Gott", teilgenommen habe.  Nach diesem "Weiterbildungs-Triatlon" war ich jetzt etwa 1,5 Monate im eigenen Karmel und konnte das Neu-Erfahrene ein wenig sacken lassen. Zu dem gab es jede Menge im Nähzimmer und Garten für mich zu tun. Ich durfte mich auch über eine neu

Räume der Stille - ein (erster) Erklärungsversuch

  "Was sind für dich Räume der Stille?", bin ich vor einigen Tagen gefragt worden. Gute Frage! Kann ich einen Raum, in dem einfach nur Geräusche fehlen, schon als einen Raum der Stille bezeichnen? Schließlich ist bei Abwesenheit äußerlicher Geräusche der Lärmpegel in mir selbst oftmals um so lauter. Was braucht es also noch, um einen Raum als einen Raum der Stille zu bezeichnen? Gebetsräume werden beispielsweise von vielen Menschen als einen Raum der Stille empfunden, auch wenn es dort während eines Gottesdienstes oder auch eines Konzertes mal richtig lebhaft und "laut" werden kann. Dann ist der Raum voller Klänge, die beispielsweise durch Orgelmusik und Gesang erzeugt werden. Ich denke, dass Gebetsräume eine Atmosphäre des Friedens, des Gebets, der Zwiesprache mit Gott, des Angenommenseins ausstrahlen. Daher kann ich dort schnell zur Ruhe kommen und mich in diese Atmosphäre mit einschwingen. In unserem Kloster gibt es neben unseren großen Gebetsräumen, der Kirche u

Nähmaschine und Gartengerät statt PC

 Echte Medienbegeisterte sagen, dass Social Media, sprich auch das Bloggen, im Grunde nur richtig Sinn habe, wenn möglichst täglich etwas neues gepostet würde. Wie meine Leser*innen vielleicht bemerkt haben, mache ich da nicht mit. Ich schreibe eben dann, wenn mir gerade ein Gedanke kommt, der vielleicht auch für andere interessant ist oder ich etwas interessantes erlebt habe. Zudem habe ich, seid dem ich mein Fernstudium der Bildungswissenschaften beendet habe, den PC weitestgehend gegen Nähmaschine und Gartengerät eingetauscht, sprich die Gelegenheiten zum Bloggen und Co. sind seitdem etwas eingeschränkt. Das schöne: Ich würde nur ungern Nähmaschine und Gartengerät wieder gegen "viel" PC-Arbeit eintauschen wollen. Mir gefällt die kreative und eher handwerkliche Arbeit im Nähzimmer und Garten sehr gut! Hier ein paar Eindrücke aus meiner Arbeit: An meinen "Näherzeugnissen" seht ihr vielleicht, dass ich zurzeit noch am Lernen bin. Bis zu meinem ersten fertigen Ordens

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer ... ihr seid die Reben (Joh 15, 1–8)

  Das Gleichnis vom Weinstock und den Reben, welches am heutigen Sonntag als Evangelium gelesen wird, hat für mich eine besondere Bedeutung. Es war auch das Evangelium am Tag meiner Erstprofess in meiner ersten Gemeinschaft vor 5 Jahren und auch am Tag meiner Professerneuerung vor drei Jahren. Zu diesem Thema habe ich damals auch meine Professkerze gestaltet: Weinstock, Reben und der Spruch: "Ich habe DICH erwählt, damit DU Frucht bringst". Dieser Evangeliumstext lässt sich auf vielerlei Weise deuten. In dieser Woche haben wir als Gemeinschaft an einem Online-Seminar zum Thema geistigen Missbrauch in Ordensgemeinschaften teilgenommen. Einige Gedanken von dort, lassen sich gut mit diesem Gleichnis in Beziehung setzen.  Wichtig scheint mir zu betonen, dass Gott Vater der Winzer ist. Allein Er hat damit das Recht zu entscheiden, welcher Rebzweig aus dem Weinstock, welche schlechten Triebe an uns entfernt werden müssen. Auch entscheidet Er darüber, wen von uns er ggf. an einen an

Frohe und gesegnete Ostern!

 Jesus lebt! Halleluja! Zum heutigen Osterfest sende ich allen Leserinnen und Lesern viele Grüße! Auch wenn wir auch in diesem Jahr nicht alle die Gelegenheit haben präsent an einem Ostergottesdienst teilzunehmen, möchten uns diese Tage daran erinnern, dass Jesus den Tod überwunden hat und auferstanden ist. Er lebt auch heute und ist mitten unter uns. Er kennt unsere Sorgen und Nöte, er trägt sie mit uns, damit wir die Kraft behalten durchzustehen und die Hoffnung auf den "Frühling" nicht verlieren. Doch wir brauchen Geduld. Viel Geduld. Unser Gott ist kein Gott der "dreinschlägt" und uns so befreit, wie wir das gerne hätten. Damals nicht und heute nicht. Er ist ein mitleidender, ein mitgehender und vor allem ein uns liebender Gott. In meiner alten Gemeinschaft haben wir uns den Gruß "Jesus lebe in unseren Herzen" zugesprochen. Ich finde ihn sehr schön, da er deutlich macht, dass Jesus nicht irgendwo lebt, sondern in uns. Vertrauen wir darauf und wirken wi