Direkt zum Hauptbereich

Unterwegs

 


Es gibt eine Zeit zum Bleiben und es gibt eine Zeit zum Reisen...

Nach dem ich in den ersten 1,5 Jahren im Karmel fast ausschließlich im eigenen Kloster war und ankommen durfte, bin ich seit August etwas häufiger Unterwegs. Da waren zunächst die Noviziatswerkwochen in Niederalteich, in dem ich andere Schwestern kennenlernen durfte, die sich in der Ordensausbildung in einem Karmelitinnenkloster befinden. Von dort ging es weiter in den Karmel Himmelspforten in Würzburg, wo ich sechs Tage lang sehr herzlich aufgenommen wurde und ein wenig Nähunterricht bekam. Gleich im Anschluss ging es zu Fuß zum Kloster Oberzell, wo ich am bundesweiten Juniorinnentreffen, zum Thema "Berufung als Liebesbeziehung mit Gott", teilgenommen habe. 

Nach diesem "Weiterbildungs-Triatlon" war ich jetzt etwa 1,5 Monate im eigenen Karmel und konnte das Neu-Erfahrene ein wenig sacken lassen. Zu dem gab es jede Menge im Nähzimmer und Garten für mich zu tun. Ich durfte mich auch über eine neue Nähmaschine freuen, mit der mir die Arbeit nun leichter von Hand geht. Bestimmt werde ich später einmal darüber berichten. 

Jetzt geht es jedoch in vier Tagen erst einmal wieder auf Reisen. Diesmal bin ich ganze vier Wochen am Stück unterwegs. Zunächst geht es für 9 Tage zu Exerzitien ins Haus Damiano in Aachen, wo ich in aller Stille meine Zweisamkeit mit Gott pflegen darf. So neu aufgetankt reise ich dann gleich weiter in die Eifel, wo ich im Karmel Auderath das Habit-Schneidern erlerne. Somit werde ich anschließend unsere Ordenskleidung nicht nur flicken, sondern hoffentlich auch neu schneidern können.

Mit Beginn des neuen Kirchenjahres werde ich wieder eine lange Zeit am Stück in "meinem eigenen Karmel", hier in Hannover anzutreffen sein. Vielleicht werde ich dann auch wieder häufiger bloggen und aus unserem Klosteralltag berichten.

Bis dahin wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen schönen Herbst und eine gute Gesundheit!

Viele Grüße

Sr. Franziska


Beliebte Posts aus diesem Blog

Wie Frieden zwischen den Religionen möglich wäre

 In den letzten Tagen hatten wir Besuch von einer alten Bekannten unserer Gemeinschaft, die sich seit vielen Jahren im Buddhismus heimisch fühlt. Gemeinsam hatten wir auch gute Gespräche über Spiritualität. Dabei haben wir wieder einmal für uns festgestellt, dass es im Grunde weniger wichtig ist, in welcher Religion ich meinen Glauben lebe, als dass ich ein spiritueller Mensch bin, d.h. dass ich mich eingebunden fühle in etwas größeres, welches das Judentum, Christentum und der Islam als Gott bezeichnen, dass ich versuche ein guter Mensch zu sein, der achtsam und liebevoll mit sich, seinen Mitmenschen und der Schöpfung umgeht und das Leben wertschätzt.  Den Glauben wirklich zu leben - egal in welcher Religion - ist mehr als das Ausführen von Methoden, dem mechanischen Sprechen von vorgefertigten Gebeten oder dem bloßen Einhalten von Regeln und Geboten. Erst wenn ich dies mit Liebe tue und in Beziehung trete, zu diesem größerem "Etwas", wenn ich z.B. sage: "Ich glaube an ...

"Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen"

  Auch im kontemplativen Kloster gilt Paulus Leitspruch: "Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen" (2. Thessalonicher 3,10).  Zugegeben, bei uns sieht "Arbeit" etwas anders aus, als bei dem Großteil der Menschheit. Wir arbeiten nämlich innerhalb unseres eigenen Klosters und nach Möglichkeit im Stillschweigen und gehen nicht - im Gegensatz zu den apostolisch-tätigen Ordensgemeinschaften - außerhalb des Klosters einem Beruf nach.  Unsere "Hauptaufgabe" ist das Gebet: Laudes, Terz, Sext, Vesper, Komplet, dazu Eucharistiefeier, zwei Stunden persönliches Gebet am Tag und geistliche Lektüre, z.B. in der Bibel. Das macht etwa 4 bis 5 Stunden des Tages aus. Etwa genauso viel Zeit am Tag verbringen wir aber auch mit eher "praktischen" Tätigkeiten wie: Hausarbeit, Verwaltung, Gartenpflege, Liturgievorbereitung oder der Arbeit in unseren Klosterwerkstätten. Zudem sind wir auch Anlaufstelle für viele (rat-)suchende Menschen. Früher hatten die Klös...

Bücher über Bücher

  Die Klosterbibliothek ist ein wichtiger Ort im Kloster und zumeist recht umfangreich an Werken. Sie ist die Hauptquelle unserer persönlichen Weiterbildung, wobei die Bibel für uns Christen wohl das wichtigste Buch bleibt. Das heißt, eigentlich ist die Bibel ja schon eine eigene Bibliothek, denn sie besteht selbst ja aus vielen verschiedenen Büchern. In unserem Tagesablauf ist übrigens ganz offiziell eine Stunde am Tag für die geistliche Buchlektüre mit eingeplant! Wer im Kloster lebt, sollte also durchaus auch gerne lesen :-)