Direkt zum Hauptbereich

Hab Mut, steh auf!



Vergangenes Wochenende fand in Würzburg der 104. Katholikentag zum Thema "Hab Mut, steh auf!" statt. Ich hatte das Glück, dass ich einige Tage dabei sein und unseren Konvent an unserem "Intercarm-Stand" vertreten konnte. Interkarm ist der Oberbegriff für alle Karmelgemeinschaften in Deutschland und Österreich und so konnte ich vorallem Mitbrüder aus Würzburg und Mitglieder der verschiedensten TKG-Gruppen kennenlernen. Letztere bestehen aus Frauen und Männern die nicht im Kloster sondern das teresianische Charisma inmitten der Welt leben. Auch viele andere bekannte und bisher unbekannte Menschen habe ich am Stand und überall bei Veranstaltungen in der Stadt getroffen. Das fröhliche Miteinander, die Herzlichkeit haben Mut gemacht, dass trotz der vielen Krisen ganz viel Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft zu finden ist.

Dies durfte ich einige Tage später auch bei unserem Konventsausflug ins ehemalige Kloster Lembeck erfahren, wo meine Mitschwestern bis 2013 gelebt haben. Heute sind dort Wohnungen die an ganz unterschiedliche Menschen vermietet sind. Diese neuen Mieter waren uns fremd und dennoch gingen für uns alle Türen auf und wir wurden sehr herzlich für einen Rundgang empfangen.

Am 29. Mai werden wir selbst wieder unsere Gartentüren öffnen, um mit unseren Nachbarn aus der Vogelsiedlung zum zweiten Mal den europäischen Nachbarschaftstag zu begehen. Darauf freue ich mich schon sehr und ich wünsche uns allen, dass wir jederzeit bereit sind auf Fremde zuzugehen und diese in unsere Gesellschaft aufzunehmen.
 

Beliebte Posts aus diesem Blog

Viel Geduld und ein herzliches Lachen

  Manches Mal braucht es viel Geduld, bis sich die Mühe einer Tätigkeit auszahlt oder eine langersehnte Sehnsucht sich erfüllt. Ich selbst habe in den letzten drei Jahren vergeblich versucht Sonnenblumen in meinem Beet zur Blüte zu bringen. Jedoch waren entweder die Schnecken schneller oder die Samen kamen gar nicht erst zur Keimung. In diesem Jahr habe ich 12 Sonnenblumen wochenlang auf meiner Fensterbank vorgezogen, bis sie dann ins Beet kamen. Von den ehemals 12 haben noch 6 Leben in sich und die erste und kräftigste steht seit gestern in schöner Blüte. In der heutigen ersten Lesung (Gen 18,1-10a) hören wir, dass Abraham und Sara im hohen Alter die Nachricht erhalten, dass Sara im nächsten Jahr ein Kind haben wird. Ihr ganzes Leben lang, hat Sara auf Kinder gehofft, doch jetzt, wo sie das gebärfähige Alter überschritten hat, soll sie doch noch ein Kind empfangen. Dass Sara daraufhin beginnt zu lachen, unterschlägt uns die Lesung, da sie vorzeitig abbricht. Genau deshalb wurde in...

Nach ereignisreichen Wochen folgen stille Tage

  Vor lauter Ereignissen bin ich gar nicht mehr zum Schreiben gekommen. Eigentlich wollte ich bereits zu Ostern schreiben... Und dann... Ostersonntag: Papst Franziskus spendet uns ein letztes Mal den Segen "urbi und orbi" und fährt anschließend mit dem Papamobil über den Petersplatz. Ein wenig von Abschied nehmen hat diese Szene, aber ich rechnete nicht damit, dass er gleich am nächsten Morgen zum Vater heimkehren würde! Dann die Beerdigung von Papst Franziskus, die wir am Fernsehen mit verfolgt haben. Ein paar Tage später fand bei uns in Hannover der Evangelische Kirchentag statt, welchen ich auch besucht habe und dadurch auch das Messegelände kennengelernt habe. Abends haben wir in unserer Klosterkirche eine ökumenische Vesper angeboten, zu der immer mindestens 10 Leute gekommen sind, obwohl wir weit abwärts vom Geschehen liegen. Diese Woche dann das Konklave. Ein spannendes Ereignis, obwohl man doch eigentlich "nur" stundenlang auf einen Schornstein blickt. Gleic...

Wie Frieden zwischen den Religionen möglich wäre

 In den letzten Tagen hatten wir Besuch von einer alten Bekannten unserer Gemeinschaft, die sich seit vielen Jahren im Buddhismus heimisch fühlt. Gemeinsam hatten wir auch gute Gespräche über Spiritualität. Dabei haben wir wieder einmal für uns festgestellt, dass es im Grunde weniger wichtig ist, in welcher Religion ich meinen Glauben lebe, als dass ich ein spiritueller Mensch bin, d.h. dass ich mich eingebunden fühle in etwas größeres, welches das Judentum, Christentum und der Islam als Gott bezeichnen, dass ich versuche ein guter Mensch zu sein, der achtsam und liebevoll mit sich, seinen Mitmenschen und der Schöpfung umgeht und das Leben wertschätzt.  Den Glauben wirklich zu leben - egal in welcher Religion - ist mehr als das Ausführen von Methoden, dem mechanischen Sprechen von vorgefertigten Gebeten oder dem bloßen Einhalten von Regeln und Geboten. Erst wenn ich dies mit Liebe tue und in Beziehung trete, zu diesem größerem "Etwas", wenn ich z.B. sage: "Ich glaube an ...