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Frohe und gesegnete Ostern!

 Jesus lebt! Halleluja! Zum heutigen Osterfest sende ich allen Leserinnen und Lesern viele Grüße! Auch wenn wir auch in diesem Jahr nicht alle die Gelegenheit haben präsent an einem Ostergottesdienst teilzunehmen, möchten uns diese Tage daran erinnern, dass Jesus den Tod überwunden hat und auferstanden ist. Er lebt auch heute und ist mitten unter uns. Er kennt unsere Sorgen und Nöte, er trägt sie mit uns, damit wir die Kraft behalten durchzustehen und die Hoffnung auf den "Frühling" nicht verlieren. Doch wir brauchen Geduld. Viel Geduld. Unser Gott ist kein Gott der "dreinschlägt" und uns so befreit, wie wir das gerne hätten. Damals nicht und heute nicht. Er ist ein mitleidender, ein mitgehender und vor allem ein uns liebender Gott. In meiner alten Gemeinschaft haben wir uns den Gruß "Jesus lebe in unseren Herzen" zugesprochen. Ich finde ihn sehr schön, da er deutlich macht, dass Jesus nicht irgendwo lebt, sondern in uns. Vertrauen wir darauf und wirken wi...

Hirtenwort

 Heute, am zweiten Fastensonntag wird in den Gemeinden das "Hirtenwort" vom Bischof verlesen. In diesem Jahr ist dieses im Bistum Hildesheim sehr teresianisch geprägt. Es steht das "Innere Gebet" nach Teresa von Avila, sowie die eucharistische Anbetung im Zentrum. Nach Teresa ist Beten nichts anderes als das Verweilen bei einem guten Freund. Gott kann ich daher zu jederzeit und überall "finden", egal in welcher Lebensweise und wie mein Tag aussieht. Dies entspricht ganz meiner eigenen Erfahrung. Ich muss mich selbst auf den Weg zu Gott (in meinem Inneren) machen, das Gespräch aufnehmen oder mir einfach bewusst machen, dass ER schon längst da ist. Meine Gottesbeziehung muss ich selbst pflegen und kann dies keinem anderen überlassen. Dennoch kann mir die Gemeinschaft mit anderen Gott-Suchenden, ein Gottesdienst, das Lesen in der Bibel oder auch das Verweilen vor dem Allerheiligsten Sakrament eine Hilfe sein, diese Ich-Du-Beziehung immer mehr zu vertiefen. Da...

Die Fastenzeit naht...

  In anderen Jahren feiern wir in meiner Heimat um diese Zeit normalerweise Karneval. In diesem Jahr scheint mir das bunte Treiben nur eine vage Erinnerung an vergangene Zeiten zu sein. Corona macht gemeinsames Feiern nahezu unmöglich und auch der Schnee der vergangenen Tage bewirkt, dass ich mich nicht gerade in Feierstimmung befinde.  Schnee und Eis - der an unserem Kloster angrenzende Mittellandkanal ist zugefroren. Wildgänse und Schwäne trotzen der Kälte auf Eisschollen - scheinen eine Decke der Ruhe und des Friedens über die Erde zu legen. Die Schneeschicht vor mir erinnert mich wie an ein weißes Blatt, welches nur darauf wartet von mir beschrieben oder bemalt zu werden. Übermorgen ist Aschermittwoch und damit Beginn der Fastenzeit, welche uns dazu auffordert unsere Gottesbeziehung zu überdenken und zu erneuern. Die weiße Schneedecke, das unbeschriebene Blatt scheint mir daher wie eine Einladung Gottes zu sein: "Heute lade ich dich dazu ein, wieder ganz neu anzufangen"....

Ausflug im Corona-Lockdown

    Da im vergangenen Kalenderjahr all unsere kleinen "Konventsausflüge", sowie viele weitere Veranstaltungen ausfallen mussten, haben wir uns jetzt etwas Neues ausgedacht: Wir gehen „auswärts essen“, nämlich im Gruppenraum. Da aufgrund der Corona-Maßnahmen zurzeit keine Gäste und Gruppen kommen, ist der Raum für uns frei und bietet genug Platz, um auch mit Sicherheitsabstand zu essen – zudem sind wir ja ein Haushalt… Okay zugegeben, dieser etwas andere Ausflug erfolgte nicht ganz freiwillig. Unser Refektorium (Speiseraum) war nämlich für 24 Stunden nicht zu benutzen, da wir unseren Tischen einen neuen Öl-Anstrich verpasst haben. Dafür strahlen sie jetzt im neuen Glanz! Ich wünsche allen, die zurzeit in ihren Wohnungen festsitzen, viel Geduld und Kreativität, um das Beste aus dieser Zeit herauszuholen – soweit wie dies möglich sein mag. Sr. Franziska

Habit-Wäsche

  Vor einigen Wochen habe ich das „Nähamt“ übernommen – wofür ich noch einiges lernen muss, aber das ist ein anderes Thema. Zum Nähamt gehört u.a. die Reinigung und Reparatur unserer Ordenskleidung, dem Habit. Als Jugendliche fand ich das Bügeln von Wäsche schrecklich langweilig und ich wollte einfach nur möglichst schnell fertig werden. Inzwischen habe ich gelernt, solche alltäglichen Aufgaben nicht einfach nur zu erledigen damit sie getan sind, sondern dies mit Liebe zu tun. Beim Nähen und Bügeln finde ich dies besonders einfach, denn ich weiß welcher meiner Mitschwestern das jeweilige Kleidungsstück gehört oder mal gehören soll. So kann ich beim Arbeiten an diese Schwester ganz besonders denken und über meine Beziehung zu ihr nachdenken. Dadurch wird meine Arbeit zugleich zum Gebet und durch dieses finde ich wiederum meine Arbeit gar nicht mehr so langweilig! Viele Grüße Sr. Franziska

Einkehrsonntag

  Der erste Sonntag eines Monats ist bei uns der sogenannte „Einkehrsonntag“. An diesem Tag reduzieren wir unsere Gemeinschaftsaktivitäten auf ein Minimum, damit eine jede von uns viel Zeit für sich und ihre Freundschaft mit Jesus hat. Zu Beginn meiner Klosterzeit, habe ich mich mit solchen Tagen des Schweigens und der Einsamkeit schwer getan und ich war versucht mich anderweitig zu beschäftigen. Besonders im digitalen Zeitalter ist eine solche Flucht – auch im Kloster – eine Leichtigkeit. Inzwischen liebe ich diese Einkehrtage. Ein Tag mit Jesus; Ein Tag mit meinem besten Freund, der mir immer die Treue hält; Ein Tag mit dem Einzigen, der nie von meiner Seite weicht, was auch immer geschehen mag; Ein Tag mit demjenigen, der mich besser kennt, als ich mich selbst und dem ich alles anvertrauen darf, was mich bewegt. Alles darf sein und nichts brauche ich zu verbergen. Bei ihm darf ich so sein, wie ich bin, ganz ungeschminkt und ohne jegliche Maske. Und das tolle an Jes...

Beginn zu Weihnachten

 Es ist ein ruhiger 2. Weihnachtstag im Karmel. Genügend Zeit, um beim Kind an der Krippe zu verweilen und mich in Ruhe mit dem Bloggen auseinander zu setzen - zumindest mit den technischen Begebenheiten. Dies ist mein erster Blog in dieser Form. Früher habe ich nur bei Facebook gepostet. Ich schätze, ich werde mich noch ein wenig mit diesem Format anfreunden müssen. Ist dies geschehen, möchte ich in diesem Blog von meinem Alltag im Karmel in Hannover berichten. Mal schauen, was da mit der Zeit so alles zusammen kommen wird. Fürs erste wünsche ich allen Leser*innen eine gesegnete Weihnachtszeit, am Ende dieses Corona-Jahres. Viele Grüße Eure Sr. Franziska