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"Es ist ein Ros entsprungen [...] mitten im kalten Winter..."

  Heute feiern wir das Fest "Taufe des Herrn", mit dem die Weihnachtszeit zu Ende geht - dieses Jahr mitten im kalten Winter, im Schnee. Solche Schneemassen wie in diesem Jahr sind ungewöhnlich für Hannover. Da kommt auch der Winterdienst nicht mehr gegen an und seit Tagen sind die äußeren Stadtviertel vom Öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten. Trotzdem haben heute erstaunlich viele Menschen den Weg zu uns in den Gottesdienst gefunden - aller Achtung! 
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Frohes Neues Jahr 2026!

  Am letzten Tag der Weihnachtsoktav und dem ersten Tag des neuen Jahres, sende ich viele Grüße und Segenswünsche aus dem Karmel in Hannover. Ein neues Jahr hat begonnen und liegt noch ungelebt vor uns. Genauso liegt das Jesuskind noch zwischen seinen Eltern bei uns in der Krippe. Das Leben liegt noch vor ihm, ist noch ungelebt und doch bereits vorgezeichnet - durch die Familie, den Ort, die Zeit, die Umstände, in die es hineingeboren wurde. Und dann ist da noch der Plan des göttlichen Vaters. Jesus hat eine Bestimmung, ist nicht irgendwer, sondern Gottes Sohn. Ganz ähnlich ist auch bereits das neu angebrochene Jahr vorgezeichnet, denn wir nehmen uns und unsere Umstände aus dem vergangenen Jahr mit. Der Übergang ist ein Fluss und kein harter Cut, der uns auf ein unbeschriebenes Blatt setzt. Und doch ist der Neujahrstag jedes Jahr aufs neue ein besonderer Tag für mich. Er ist ein Symbol für die vielen Tage im Jahr und in meinem Leben, die jeweils neue Chancen eröffnen etwas zu verän...

Viel Geduld und ein herzliches Lachen

  Manches Mal braucht es viel Geduld, bis sich die Mühe einer Tätigkeit auszahlt oder eine langersehnte Sehnsucht sich erfüllt. Ich selbst habe in den letzten drei Jahren vergeblich versucht Sonnenblumen in meinem Beet zur Blüte zu bringen. Jedoch waren entweder die Schnecken schneller oder die Samen kamen gar nicht erst zur Keimung. In diesem Jahr habe ich 12 Sonnenblumen wochenlang auf meiner Fensterbank vorgezogen, bis sie dann ins Beet kamen. Von den ehemals 12 haben noch 6 Leben in sich und die erste und kräftigste steht seit gestern in schöner Blüte. In der heutigen ersten Lesung (Gen 18,1-10a) hören wir, dass Abraham und Sara im hohen Alter die Nachricht erhalten, dass Sara im nächsten Jahr ein Kind haben wird. Ihr ganzes Leben lang, hat Sara auf Kinder gehofft, doch jetzt, wo sie das gebärfähige Alter überschritten hat, soll sie doch noch ein Kind empfangen. Dass Sara daraufhin beginnt zu lachen, unterschlägt uns die Lesung, da sie vorzeitig abbricht. Genau deshalb wurde in...

Nach ereignisreichen Wochen folgen stille Tage

  Vor lauter Ereignissen bin ich gar nicht mehr zum Schreiben gekommen. Eigentlich wollte ich bereits zu Ostern schreiben... Und dann... Ostersonntag: Papst Franziskus spendet uns ein letztes Mal den Segen "urbi und orbi" und fährt anschließend mit dem Papamobil über den Petersplatz. Ein wenig von Abschied nehmen hat diese Szene, aber ich rechnete nicht damit, dass er gleich am nächsten Morgen zum Vater heimkehren würde! Dann die Beerdigung von Papst Franziskus, die wir am Fernsehen mit verfolgt haben. Ein paar Tage später fand bei uns in Hannover der Evangelische Kirchentag statt, welchen ich auch besucht habe und dadurch auch das Messegelände kennengelernt habe. Abends haben wir in unserer Klosterkirche eine ökumenische Vesper angeboten, zu der immer mindestens 10 Leute gekommen sind, obwohl wir weit abwärts vom Geschehen liegen. Diese Woche dann das Konklave. Ein spannendes Ereignis, obwohl man doch eigentlich "nur" stundenlang auf einen Schornstein blickt. Gleic...

Gesegnete Kartage!

  Am vergangenen Palmsonntag hat die Karwoche begonnen. Das ist die letzte Fastenwoche vor dem Osterfest. Für mich selbst ist die Karwoche die intensivste Woche des ganzen Jahres und ich liebe sie, trotz ihrer schweren Thematik. In ihr geht es ans Eingemachte. Da ist nichts niedliches. Wir steigen hinab in die tiefsten Abgründe die das Leben bereithalten kann.  Während am Palmsonntag Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem noch zugejubelt wird, wird er vier Tage darauf zum letzten Mal mit seinen Jüngern Mal halten können, denn in der Nacht vom Gründonnerstag auf Karfreitag wird er von seinem eigenen Jünger verraten, daraufhin verhaftet und zum Tod verurteilt - obwohl der Richter Pilatus keine Straftat feststellen kann, welche die Todesstrafe verdienen würde. Aber die anwesende Menge will seinen Tod. So stirbt Jesus am Karfreitag am Kreuz, wie ein Verbrecher. Seine Mission scheint gescheitert zu sein, denn es gibt nichts schlimmeres, als am Schandpfahl des Kreuzes zu sterben. Welc...

Wie Frieden zwischen den Religionen möglich wäre

 In den letzten Tagen hatten wir Besuch von einer alten Bekannten unserer Gemeinschaft, die sich seit vielen Jahren im Buddhismus heimisch fühlt. Gemeinsam hatten wir auch gute Gespräche über Spiritualität. Dabei haben wir wieder einmal für uns festgestellt, dass es im Grunde weniger wichtig ist, in welcher Religion ich meinen Glauben lebe, als dass ich ein spiritueller Mensch bin, d.h. dass ich mich eingebunden fühle in etwas größeres, welches das Judentum, Christentum und der Islam als Gott bezeichnen, dass ich versuche ein guter Mensch zu sein, der achtsam und liebevoll mit sich, seinen Mitmenschen und der Schöpfung umgeht und das Leben wertschätzt.  Den Glauben wirklich zu leben - egal in welcher Religion - ist mehr als das Ausführen von Methoden, dem mechanischen Sprechen von vorgefertigten Gebeten oder dem bloßen Einhalten von Regeln und Geboten. Erst wenn ich dies mit Liebe tue und in Beziehung trete, zu diesem größerem "Etwas", wenn ich z.B. sage: "Ich glaube an ...

Bücher über Bücher

  Die Klosterbibliothek ist ein wichtiger Ort im Kloster und zumeist recht umfangreich an Werken. Sie ist die Hauptquelle unserer persönlichen Weiterbildung, wobei die Bibel für uns Christen wohl das wichtigste Buch bleibt. Das heißt, eigentlich ist die Bibel ja schon eine eigene Bibliothek, denn sie besteht selbst ja aus vielen verschiedenen Büchern. In unserem Tagesablauf ist übrigens ganz offiziell eine Stunde am Tag für die geistliche Buchlektüre mit eingeplant! Wer im Kloster lebt, sollte also durchaus auch gerne lesen :-)

Therese von Lisieux

Heute, am 1. Oktober feiern wir das Fest der Karmelheiligen Theresia vom Kinde Jesu oder Therese von Lisieux. 1873 in der Normandie geboren, trat sie im Alter von 15 Jahren in den Karmel von Lisieux ein, wo bereits ihre älteren Schwestern lebten. Sie starb 1897 mit nur 24 Jahren. Obwohl sie in der Zeit des Rigorismus lebte, in der man glaubte mit Bußwerken Gott gnädig stimmen zu müssen, erkannte sie, dass allein die Liebe zählt und Gottes Gnade es vermag, sie wie in einem Aufzug zu ihm emporzuheben. Kleine Werke der Nächstenliebe waren ihre "Bußübungen" und sie verstand es, auch mit den Mitschwestern die ihr eigentlich zuwider waren, so umzugehen, dass diese meinten Therese würde sie besonders mögen.

"Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen"

  Auch im kontemplativen Kloster gilt Paulus Leitspruch: "Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen" (2. Thessalonicher 3,10).  Zugegeben, bei uns sieht "Arbeit" etwas anders aus, als bei dem Großteil der Menschheit. Wir arbeiten nämlich innerhalb unseres eigenen Klosters und nach Möglichkeit im Stillschweigen und gehen nicht - im Gegensatz zu den apostolisch-tätigen Ordensgemeinschaften - außerhalb des Klosters einem Beruf nach.  Unsere "Hauptaufgabe" ist das Gebet: Laudes, Terz, Sext, Vesper, Komplet, dazu Eucharistiefeier, zwei Stunden persönliches Gebet am Tag und geistliche Lektüre, z.B. in der Bibel. Das macht etwa 4 bis 5 Stunden des Tages aus. Etwa genauso viel Zeit am Tag verbringen wir aber auch mit eher "praktischen" Tätigkeiten wie: Hausarbeit, Verwaltung, Gartenpflege, Liturgievorbereitung oder der Arbeit in unseren Klosterwerkstätten. Zudem sind wir auch Anlaufstelle für viele (rat-)suchende Menschen. Früher hatten die Klös...

FREIHEIT

  Freiheit ist für mich... "Nein"-sagen zu können die Möglichkeit mich ohne äußere Zwänge für eine Lebensform, etc. zu entscheiden und mich an diese zu binden Ich-selbst-sein zu dürfen, ohne mich verstellen zu müssen dass ich in meiner mir von Gott geschenkten Würde geachtet werde und meine Talente und Potenziale zum Wohle aller einsetzen und entfalten darf innerhalb des gewählten Rahmens selbst kreativ-wirksam zu sein für mein Leben selbst Verantwortung zu übernehmen Freiheit ist für mich NICHT ... davon abhängig, ob ich in allen Lebensbereichen mein eigener Chef bin das Offenhalten aller Optionen Bindungslosigkeit gleichbedeutend mit Beliebigkeit oder Grenzenlosigkeit die Abwesenheit von Verzicht, Regeln, Herausforderungen, Leid, etc.

Wie ein Fisch im Wasser

... Da bin ich wieder! :-)  Vor einiger Zeit las ich den Satz: "Der Mönch im Kloster ist wie ein Fisch im Wasser. Fühlte er sich außerhalb von diesem lange wohl, dann wäre er eine andere Spezies und kein Mönch" (sinngemäß aus dem Kopf zitiert). Diese Woche kam er mir auf einmal wieder in den Sinn und beschäftigt mich seitdem. Leider weiß ich nicht mehr, wo ich ihn entdeckt habe, evtl. bei Michael Casey, von dem ich einige Schriften in den letzten Monaten gelesen habe. Vielleicht aber habe ich ihn auch wo anders gelesen. Sollte ich ihn wiederfinden, werde ich die Quelle noch nachreichen. Zunächst war mir diese Aussage unsympathisch, da es mir eigentlich wichtig ist, mich außerhalb meines Klosters genauso zurecht zu finden, wie innerhalb und ich nicht gerne als "weltfremd" betitelt werde. Aber beim genaueren Hinsehen, offenbart er mir eine tiefe Wahrheit und hilft zu erklären, warum es zumeist so schwierig ist Außenstehenden unsere klösterliche Lebensform verständlich...

Bloggen und digitale Medien

  Liebe Leserinnen und Leser, ein Social Media Experte sagte mir schon vor Jahren, dass das Bloggen und ähnliches nur funktioniere, wenn man jeden Tag mindestens einen Post setze. Er mag für den professionellen Rahmen sicherlich recht haben, aber meins war das noch nie. Auch im digitalen Zeitalter möchte ich mir einfach nicht vorschreiben lassen, wann und wie oft ich meine digitalen Geräte nutze. Da ich selbst spüre, wie schnell sie in der Lage sind meine Konzentration zu bündeln und mich von meinen eigentlichen Zielen abzulenken, versuche ich auch seit einiger Zeit Laptop und Smartphone nur noch samstags zu nutzen - was zugegeben nicht immer funktioniert und sicherlich auch nicht dogmatisch eingehalten werden muss. Manchmal ist der Gebrauch dieser Multifunktionsgeräte einfach sinnvoll oder sogar notwendig, doch diese selbst gesetzte Regelung hilft mir persönlich, mich unter der Woche auch schneller wieder von ihnen loszueisen. Und dank Festnetztelefon ist es ja nicht so, als wäre ...